Hundetrainerin Lisa Scheele

 

Ich bin mit drei Geschwistern, Hunden und vielen anderen Tieren in Luzern aufgewachsen. Schon im Kindesalter habe ich meine Mutter in die Hundeschule oder zu Hundeshows und -wettbewerben begleitet. Ein Praktikum im Juli/August 2007 in einem spanischen Tierheim hat mich darin bestärkt, dass die Arbeit mit Tieren für mich der richtige Weg ist. Mit der Ausbildung (2011 bis 2014) in einem Tierheim zur Tierpflegerin EFZ, Fachrichtung Heimtiere, machte ich meinen Berufswunsch wahr. Dort arbeitete ich bis 2017 als Tierpflegerin und Ausbilderin für Lehrlinge.

2015 begann ich berufsbegleitend meine Ausbildung zur Hundetrainerin bei cumcane familiari, die auf dem Grundsatz des gewaltfreien Arbeitens mit Hunden aufbaut. Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung zur zertifizierten Hundetrainerin cumcane familiari habe ich mich 2016 neben meiner Tierpfleger-Tätigkeit mit einer eigenen Hundeschule selbstständig gemacht.

Durch Zufall bin ich auf die Stellenausschreibung des Tierheims Kaiserslautern gestoßen und so kam es dann zu einer ziemlich überraschenden Wende in mein Leben: Seit September 2017 arbeite ich hier als Hundetrainerin und bin für die Hundeschule und Hunde des HuKo-Projektes zuständig.

Im Juli 2019 habe ich die Zertifizierung zur BAT-Trainerin (Certificated BAT instructor / CBATI) erworben. Im BAT Training geht es sowohl um Kommunikation und Verständnis zwischen Hund und Mensch als auch um ein Mitspracherecht des Hundes, das ihm ermöglicht, Begegnungen jeglicher Art gelassener entgegen zu treten.

Ich bin froh meinen Teil dazu beitragen zu können, mit den Kursen der Hundeschule die Beziehung zwischen Hund und Hundehalter zu verbessern bzw. zu fördern und mit gezieltem Training die Vermittlungschancen der Tierheimhunde und der Hunde des HuKo-Projektes zu erhöhen.

 

 Was mir wichtig ist

„Mein Leben ist von Anfang an ziemlich tierisch verlaufen und ich wollte nie etwas anderes, als mit Tieren zu arbeiten. Vor allem die Tierheimhunde und der freundliche Umgang mit unseren Mitgeschöpfen lagen mir schon immer sehr am Herzen. Es ist schrecklich zu sehen, wenn ein Miteinander zwischen Mensch und Hund nur auf Basis von Einschüchterung und Unterdrückung stattfindet. Daher ist es mir sehr wichtig, über Motivation, Lob, Belohnung und faire Kommunikation mit den Hunden zusammen zu arbeiten.“

 

Meine Hunde

Während eines Praktikums in einem Tierheim 2011 lernte ich meinen ersten eigenen Hund, einen Podenco namens Salvatore (Salvi) kennen. Er hatte viele Ängste und zeigte zudem einen großen Jagdtrieb. Über Markertraining konnte ich sein Angstverhalten deutlich minimieren und im Bereich Jagdtrieb gute Kompromisse erarbeiten. 2014 zog dann der dreijährige Mischling Lino als Zweithund bei uns ein. Er zeigte vor allem bei Hundebegegnungen, aber auch an anderen Auslösern bspw. bei Menschen, die ihm unheimlich erschienen, reaktives Verhalten. Hier hat mir das Behaviour Adjustment Training neue Wege aufgezeigt, um Hundebegegnungen zu erleichtern und auch andere Auslöser für reaktives Verhalten gemeinsam besser bewältigen zu können. Da Lino auch große gesundheitliche Probleme hatte, hat er mir zudem gezeigt, wie sehr Problemverhalten mit gesundheitlichen Einschränkungen, vor allem mit Schmerzen, zusammenhängen kann.

Durch meine zwei nicht einfachen Jungs durfte ich schon vieles lernen: U.a. auf kleine Dinge zu achten und nicht alles als selbstverständlich hinzunehmen. Da ich mit den zweien auch schon einige peinliche Momente erlebt habe, verstehe ich sehr gut, wie sich mancher Kunde fühlt, wenn er neu zu mir kommt.

Leider musste ich Salvi am 10. Mai 2020 aus gesundheitlichen Gründen erlösen. Nur sechs Wochen später stand ich auch für Lino, dessen Gesundheitszustand sich rapide verschlechtert hatte, vor dieser Entscheidung. Derzeit bin ich daher ohne Hund unterwegs. Ein Zustand, der sicher nicht für immer andauern wird.