Kimba – Zehn Jahre Tierheim sind genug!

 

  • Rasse: Altdeutscher Hütehund Mischling
  • Alter: geb. 06.08.2008
  • Geschlecht: weiblich, kastriert

Im Oktober 2017 ist Hündin Kimba als erster Projekthund in Kaiserslautern aufgenommen worden und für sie wurde durch das Projekt „HuKo“ ein Wunder wahr. Nach insgesamt zehn Jahren im Tierheim hat die Hündin bei zwei lieben Menschen ein neues Zuhause gefunden. Am 28. September 2019 war Kimbas großer Tag: Endlich durfte sie nach so langer Zeit in ein neues Zuhause umziehen!

 

Als die Hündin ein Jahr alt war, wurde sie im Tierheim Worms abgegeben. Die Halter fühlten sich mit dem Hütehund-Mischling, der auch schon gebissen hatte, überfordert. Kimba lebte dann acht Jahre lang dort. Viele, die ein Foto oder auch das Video von ihr auf der Website des Tierheims Worms sahen, werden sich gefragt haben: „Wieso das denn? Sie sieht doch so niedlich aus mit ihrem Wuschelfell!“ Verschmust schien sie, dem Video nach zu urteilen, auch zu sein. So hatten wir das auch empfunden. Doch Kimba hatte auch eine andere Seite und manches Mal kam die Wölfin unter ihrem Schafspelz zutage. In bestimmten Situationen, bei fremden Menschen und auch bei anderen Hunden reagierte Kimba durchaus aggressiv. Ohne große Vorwarnung schoss sie dann oft nach vorne. Es gab hier nichts zu beschönigen: Sie biss auch. Die Tatsache, dass sie ihren ehemaligen Besitzer zweimal gebissen hatte, war der Grund dafür, dass sich dieser von ihr trennte. Und auch während ihres Tierheimaufenthaltes gab es schon entsprechende Vorfälle. Kimba hatte also durchaus so einiges auf dem Kerbholz!

 

Niemand wollte eine Hündin adoptieren, die fremde Menschen attackierte. Mitte Oktober 2017 wurde Kimba dann als erster Hund ins Projekt HuKo aufgenommen. Schnell machte sie im Training große Fortschritte, aber leider interessierte sich nach wie vor niemand für sie. Wir haben alles Mögliche versucht, um für Kimba die passenden Menschen zu finden: Diverse Bilder und Videos von ihr wurden auf Facebook gepostet, sie wurde auf verschiedenen Vermittlungsplattformen, beispielsweise einem speziellen Forum für Altdeutsche Hütehunde, eingestellt sowie in der örtlichen Tageszeitung präsentiert. Um nichts unversucht zu lassen, hatte unsere ehrenamtliche Helferin Erika Lavallis sogar am Sommerfest einen eigenen „Vermittlungskuchen“ für Kimba gebacken, damit sie endlich in ihr „Zuhause für immer“ umziehen kann. Leider blieben alle Bemühungen lange vergeblich.

 

Bis zu dem Tag, an dem Anette G. und Manfred O. im Tierheim vorbeikamen, um Kimba kennenzulernen. Inzwischen hatten wir Kimba, die nach Ablauf der Projektzeit zurück ins Tierheim Worms gemusst hätte, übernommen. Kimba sollte in Kaiserslautern bleiben! Dies hatten wir nach reiflicher Überlegung und zusammen mit den Wormser Kollegen beschlossen. Der Grund: Die Hündin reagiert sehr sensibel auf Umweltreize, was ihr Verhalten wiederum negativ beeinflusst. Die Rückgabe ins Tierheim Worms hätte daher aufgrund der dortigen baulichen Gegebenheiten in jedem Fall einen großen Rückschritt für Kimba bedeutet. Das wollten alle Beteiligten im Sinne des Hundes nicht riskieren. In unserem neuen Hundehaus waren die Bedingungen aufgrund der baulichen Gegebenheiten für sie einfach besser.

 

Insgesamt zwei Jahre lang hat Kimba nun im Tierheim Kaiserslautern darauf gewartet, ihren Lebensabend doch noch in einem eigenen Zuhause zu verbringen. Wir sind unendlich dankbar, dass es Menschen wie Anette G. und Manfred O. gibt, die bereit sind, die Alltagshürden, die es mit einem Hund wie Kimba immer geben wird, zu meistern.

 

 

Das sagen Anette G. und Manfred O. zum Einzug von Kimba:

 

„Es war die richtige Entscheidung, Kimba zu uns zu nehmen. Sie ist wie ein elf Jahre alter Welpe, der jeden Tag auf Entdeckungsreise geht, um seine neue Welt zu erforschen. Kimba bereitet uns sehr viel Freude. Wir sind glücklich, dass diese verschmuste Maus nun bei uns ist und wir ihr all die schönen Dinge im Leben zeigen können, die sie bisher noch nicht kennengelernt hat!“