Angie – Those dark clouds all disappeared…

  • Rasse: Kaukasischer-Owtscharka-Belgischer-Schäferhund-Mix
  • Alter: geb. 07.03.2012
  • Geschlecht: weiblich, kastriert

 

Herdenschutz-Mischlingshündin Angie kam im Oktober 2018 ins Projekt „HuKo“. Ihre Geschichte sollte anders ausgehen, als dies von uns geplant war – aber dennoch letztendlich zum Wohle der Hündin.

 

Angie war eine ängstliche und unsichere Hündin. Zudem hatte sie einige gesundheitliche Probleme im Bereich des Bewegungsapparates, die ihr Verhalten zusätzlich negativ verstärkten. Im Tierheim Kirchheimbolanden, aus dem sie stammte, wurde bereits mit einer Schmerztherapie begonnen. Seitdem war die Hündin schon viel aufgeschlossener.

Auf fremde Menschen reagierte Angie zunächst mit Zurückhaltung. Sie brauchte ein wenig, bis sie Vertrauen fasste, und blieb am Anfang eher auf Abstand. Leider gab es in der Vergangenheit zwei (weit auseinanderliegende) Beißvorfälle. Ein Postbote und ein Fahrradfahrer kamen dabei zu Schaden. Angie wurde daraufhin als gefährlicher Hund eingestuft. Sie musste draußen mit Maulkorb geführt werden und der zukünftige Halter würde einen Sachkundenachweis benötigen. Vorbeifahrende Fahrräder, Roller und Mopeds waren bei Angie ein heikles Thema. Sie konnte dann durchaus nach vorne gehen. Wo die Ursachen hierfür lagen, wollten wir im Verlauf des Trainings noch analysieren. Doch zuvor sollten einige gesundheitliche Checks gemacht werden.

 

Am Freitag, den 30. November 2018, hatten sich Tierpflegerin Jenny Joas und Hundetrainerin Lisa Scheele wieder einmal aufgemacht, um einige unserer Hunde in einer renommierten Tierklinik im Südwesten Deutschlands untersuchen zu lassen. Mit dabei war auch Angie.

Dass die Hündin Probleme und Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates hatte, war bekannt. Im Training war uns inzwischen aufgefallen, dass Angie schon nach etwa zehn Minuten ohne größere Belastung so angestrengt war, dass sie sich hinlegte. Nachdem sie nun Vertrauen zu Hundetrainerin Lisa Scheele aufgebaut hatte, sollte die Abklärung und gezielte Therapie ihrer Probleme erfolgen.

So weit, so gut, denn man fährt mit der Intention zur Untersuchung, helfen zu können. Nachdem die Röntgenaufnahmen angefertigt worden waren, meldete sich der Klinikinhaber sofort telefonisch bei der Tierärztin des Tierheims. Das Telefonat war niederschmetternd, die Aussage eindeutig: „Ganz gleich was Sie tun, dieser Hund wird nie mehr schmerzfrei laufen können!“ Die Röntgenaufnahmen zeigten hochgradige arthrotische Veränderungen mit Auflösungserscheinungen an beiden Ellenbogen- und Hüftgelenken. Der Tierarzt riet dazu, die Hündin zu erlösen. Nach Rücksprache mit dem Tierheim Kirchheimbolanden stand die Entscheidung dann fest: Angie sollte nicht mehr aus der Narkose aufwachen.

Wir hatten Angie in der kurzen Zeit, in der sie bei uns war, bereits sehr liebgewonnen. Was war sie doch für ein großartiger Hund! Welche Schmerzen muss sie ausgehalten haben und war dabei trotz allem meist freundlich und kooperativ. Weil sie bereits zweimal gebissen hatte, war die Hündin von der Behörde als gefährlich eingestuft worden. Aufgrund dieser Tatsache, der Rassezugehörigkeit und dem Umstand, dass Angie kein Welpe oder Junghund, sondern bereits sechs Jahre alt war, waren ihre Vermittlungschancen mehr als gering. Durch „HuKo“ sollte sich Angies Leben zum Besseren bewegen. Letztendlich ist dies so gekommen, wenn auch in anderer Form als wir das erhofft und erwartet hatten…