10.11.2017

Santa - der zweite Hund im HuKo-Projekt

v. r. n. l.: Lisa Scheele, Stefan Herzog mit Santa, Sabrina Knaus, Anne Knauber und Elke Leismann

Der Nikolaus hält so einige Überraschungen bereit!
Santa wurde vor einer Woche von seinen Pflegern Stefan Herzog und Sabrina  Knaul sowie der Tierheimleiterin des Tierheims Saarbrücken Elke Leismann zu  uns gebracht. Er ist der zweite Hund der in Kaiserslautern im Projekt HuKo einen Platz erhalten hat.
Santa ist ein zwei Jahre alter Staffordshiremischling. Vielleicht mag seine Geschichte am Anfang noch weihnachtlich anmuten, ein Happy End hat sie jedoch bisher leider nicht gefunden. Vor etwa einem Jahr an Weihnachten kam Santa, daher auch sein Name, ins Saarbrücker Tierheim. Er war gefunden worden, so dass man über sein früheres Leben nichts weiß.
Der Rüde war laut Auskunft der Saarbrücker Kollegen zu diesem Zeitpunkt ein zwar ungestümer und unerzogener, aber sehr freundlicher und verschmuster Hund. So fand er auch bald Interessenten und konnte in ein neues Zuhause vermittelt werden. Das würde sich dann ja doch nach einer Weihnachtsgeschichte anhören, wenn nicht knapp 14 Tage später die neuen Besitzer im Tierheim gestanden hätten, um den Hund zurückzubringen. Er habe sich aggressiv gezeigt und die Frau des Hauses in der Küche gestellt. So  landete Santa also wieder im Tierheim. Auch dieses Mal zeigte der Rüde im  Tierheim kein auffälliges Verhalten und war freundlich. So konnte er erneut recht schnell vermittelt werden. Doch die Freude sollte nicht lange dauern, denn jetzt wurde er bereits nach zwei Tagen zurückgebracht. Er hatte die neue Besitzerin, die auf dem Sofa saß attackiert. Für die Frau kam der Angriff völlig unvermittelt, nachdem Santa zuvor ruhig vor dem Sofa gelegen hatte. Es bleibt zu sagen, dass bei beiden Vorfällen niemand ernsthaft verletzt wurde.

Santa war nun also wieder im Tierheim gelandet und das Tierheimteam war etwas ratlos. Zeigte er sich doch während seines Aufenthaltes im Tierheim bis dahin im Verhalten immer völlig unauffällig und ohne jegliche Aggression. Doch das sollte sich, jetzt nach der zweiten Vermittlung, ändern. Plötzlich gab es auch im Tierheim Episoden bei denen der Rüde eine andere Seite zeigte und aggressiv gegenüber Menschen reagierte.
Natürlich wurde auch Santa zunächst einem Gesundheitscheck unterzogen. Auch hier hatte der „Nikolaus“ mal wieder eine Überraschung im Gepäck. Die Blutwerte sprechen dafür, dass er unter einer Bauchspeicheldrüsenentzündung leidet. Er hatte keinerlei Symptome dafür gezeigt. Möglichweise ist der Befund dennoch ein kleines Puzzlesteinchen bei der Frage nach dem Warum, denn frühere Entzündungen des Organs könnten aufgrund von Schmerzen durchaus dazu geführt haben, dass der Rüde plötzlich aggressiv reagiert hat.

Bei unseren männlichen Tierpflegern ist Santa derzeit vom Verhalten eher abwartend bis freundlich. Trainerin Lisa Scheeles Versuche sein Vertrauen zu gewinnen, waren bisher noch nicht von Erfolg gekrönt. Vielleicht zeichnet sich hier ein Muster ab. Offenbar hat er deutlich größere Probleme im Kontakt mit weiblichen Personen als mit Männern. Wir werden weiter nach Puzzleteilchen suchen und sie zusammensetzen. Wir hoffen sehr, dass Santa im Training bald Fortschritte machen wird, denn unser aller größter Wunsch ist es, dass die Weihnachtsgeschichte doch noch ein Happy End findet!

23.10.2017

Kimba- der Wolf im Schafspelz?

Kimba bei der Ankunft mit Tierpfleger Jacek Nitsch, im Hintergrund v. l. n. r. Anne Knauber (Vorsitzende Tierschutzverein Kaiserslautern, e.V., Christiane Gumpert, Vorsitzend Tierschutzverein Worms, e.V., Lisa Scheele, Hundetrainerin Tierheim Kaiserslautern
Kimba bei der Blutabnahme, eine ausführliche Diagnostik ist ebenfalls wichtig

Wie versprochen stellen wir heute Kimba vor. Die Hündin ist die erste, die einen Platz in unserem Projekt „HuKo“ erhalten hat. Vor etwas mehr als einer Woche, am 13.10.2017, wurde uns Kimba von der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Worms Christiane Gumpert und Kimbas engagiertem Wormser Tierpfleger Jacek Nitsch übergeben.

Kimba ist ein Altdeutscher Hütehund-Mischling und neun Jahre alt. Acht Jahre davon hat sie im Tierheim Worms verbracht und konnte bisher leider nicht in ein neues Zuhause vermittelt werden. Auch lebt sie, aus Gründen, die weiter unten noch genannt werden, schon all die Jahre alleine und hatte keinen direkten Kontakt zu Artgenossen.

Viele die ein Foto und auch das Video von Kimba auf der Seite des Tierheim Worms sehen, werden sagen: Wieso das denn, Kimba sieht doch recht niedlich aus mit ihrem Wuschelfell. Verschmust scheint sie, dem Video nach zu urteilen, auch noch zu sein. So ging es mir auch und all das stimmt auch. Doch Kimba hat auch eine andere Seite, und so manches Mal kommt der Wolf unter dem Schafspelz zutage. Die Hündin reagiert in bestimmten Situationen, bei fremden Menschen und auch bei anderen Hunden aggressiv. Oft ohne große Vorwarnung schießt sie dann nach vorne. Hier gibt es auch nichts zu beschönigen,  sie beißt auch. So war auch einer der Abgabegründe die Kimbas ehemalige Besitzer vor acht Jahren anführten, die Tatsache, dass sie den Besitzer zweimal gebissen hatte. Auch während des Tierheimaufenthaltes gab es schon Beißvorfälle. Kimba hat also durchaus so einiges auf dem Kerbholz.

Zurzeit bewohnt die Hündin noch eines unserer Quarantänezimmer. Wir haben den Eindruck, dass ihr die Ruhe in diesem Bereich gut getan hat. Oft haben wir sie dort tief und fest schlafend und ganz entspannt vorgefunden.

Die zurückliegende Woche hat unsere Trainerin Lisa Scheele erst einmal dazu genutzt, Vertrauen zu Kimba aufzubauen. Bisher hat die Hündin auch keine unvermittelte Attacke auf sie gestartet, sondern immer angezeigt, wenn ihr der Kontakt mit der Trainerin zu viel wurde. Gestern haben die beiden dann große Fortschritte erzielt, und Kimba ließ sich immer länger kraulen und im Zimmer umherführen.

Wir werden in regelmäßigen Abständen weiter über das Training mit Kimba berichten. Wir hoffen, dass es schon bald möglich sein wird, sie mit einem anderen Hund zu vergesellschaften. Das ist eines der Ziele, welches sowohl wir, als auch die Kollegen aus Worms schon als tollen Erfolg sehen würden.

Wenn die Hündin Vertrauen zu einem Menschen gefasst hat, dann ist sie eine treue Begleiterin. Daher wünschen wir uns nichts mehr, als ein Zuhause für Kimba!

Sie wollen Kimba eine Chance geben? Dann melden Sie sich doch einfach bei uns!

Weitere Bilder und Informationen und auch ein Video der Hündin finden Sie auf der Homepage des Tierheim Worms unter:

 

http://www.tierheimworms.de/vermittlung/hunde/mittlere-hunde/

 

18.10.2017

Projektstart für HuKo

Am Freitag den 13.Oktober 2017 startete das Projekt „HuKo“ des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Rheinland-Pfalz im Tierheim Kaiserslautern. Auch wenn so mancher Abergläubische dies für keinen guten Zeitpunkt für einen Projektstart halten mag sind wir zuversichtlich, dass wir für die Hunde, die einen Platz im Projekt erhalten viel erreichen können. Als kleinen Glücksbringer hat unsere Vorsitzende bei Ankunft von „Kimba“ , dem ersten Hund im Projekt, zudem im Hof des Tierheims eine Cent-Münze gefunden. Wenn das kein gutes Omen ist!

Wofür steht denn nun eigentlich „HuKo“ und worum geht es dabei?

Den Begriff „HuKo“ hat der Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes Landesverband Rheinland Pfalz für unser gemeinsames Projekt gewählt. Er steht für Hunde-Kompetenz. In deutschen Tierheimen sitzen immer mehr Hunde, die aufgrund ihres Verhaltens nur schwer oder gar nicht vermittelbar sind. Zwar betreibt der Deutsche Tierschutzbund in Weidefeld ein Zentrum, in welchem solche Hunde untergebracht und trainiert werden können. Die Wartelisten sind bei mehr als 700 angeschlossenen Tierschutzvereinen mit mehr als 500 vereinseigenen Tierheimen jedoch lang, und die Chance auf einen Platz ist sehr gering. Die Idee, die hinter „HuKo“ steht, ist es nun, für die Tierheime in Rheinland-Pfalz und im Saarland regional eine Möglichkeit zu schaffen, solche Hunde unterzubringen, und durch gezieltes und intensives Training eine Verbesserung ihres Verhaltens zu erzielen. Hierdurch soll die Lebensqualität der Hunde in den Tierheimen gesteigert sowie deren Vermittlungschance verbessert werden.

Wird ein Hund ins Programm aufgenommen, so wird zunächst sein Gesundheitszustand überprüft. Gerade gesundheitliche Probleme können häufig Ursache für Problemverhalten sein. Erst dann startet ein gezieltes Training und Beschäftigungsprogramm mit dem Hund. Hierfür steht im neu eingerichteten Trainingszentrum in Kaiserslautern mit Lisa Scheele eine qualifizierte und zertifizierte Hundetrainerin für das Training der Hunde zur Verfügung. Das Bündel von Maßnahmen, welches für jeden Hund individuell erarbeitet wird, hat das Ziel das bestmögliche Ergebnis für das jeweilige Tier zu erreichen! Dafür steht „HuKo“!

Natürlich wünschen wir uns, dass alle Hunde die einen Platz im Projekt bekommen, auch einen Platz im Herzen eines / ihres Menschen finden, und letztendlich in ein neues Zuhause vermittelt werden können. Das wird jedoch nicht immer möglich sein. Es wird in unseren Tierheimen immer Hunde geben, die, aus verschiedenen Gründen, kein neues Zuhause mehr finden. Umso mehr müssen wir dafür Sorge tragen, dass die Lebensqualität dieser Tiere vor Ort in den Tierheimen gesteigert wird. Das tun wir durch ein faires und gewaltfreies Arbeiten mit dem Hund. In das Training werden im Laufe des Aufenthaltes im Trainingszentrum auch die Bezugspersonen des Hundes (Pfleger, Gassigeher) im Ursprungstierheim mit einbezogen. Vor Ablauf der Trainingszeit eines jeden Hundes im Projekt wird ein Plan für das weitere Training sowie ein gezieltes Beschäftigungsprogramm für den Hund erstellt. So könnten im Laufe der Zeit im Ursprungstierheim weitere Fortschritte erzielt, in jedem Fall aber das Wohlbefinden des Hundes gesteigert werden.

Wir freuen uns, Partner des Landesverbandes für dieses Pilotprojekt zu sein. Drücken Sie mit uns gemeinsam die Daumen, dass im Laufe des Projektes viele Hunde eine neue Zukunftsperspektive erhalten werden!

Und schon jetzt dürfen Sie gespannt darauf warten, dass wir Ihnen Kimba, den ersten Hund der einen Platz in unserem Projekt erhalten hat, in den nächsten Tagen vorstellen!